Wie komme ich darum herum, meine Dissertation zu schreiben

Wegleitung für DoktorandInnen

Sam Ask, d.y., phil.cand. h.c.
(Unautorisierte Übersetzung aus dem Schwedischen,
mit einem Glossar und einem Nachtrag versehen
durch phil.cand. Wilibald Zahggi)

Übersetzung 1998

© Östen Dahl 1993
 
 

Einleitung


Solange man sich in der Grundausbildung befindet, ist es relativ einfach, keine Examen abzulegen. Die Studentenschaft bietet eine ganze Reihe verschiedenster Aktivitäten an, die es den Studierenden ermöglichen, ihre Zeit effektiv mit Alternativen zum Studium auszufüllen. Auf der ForscherInnenausbildungsstufe wird es schwieriger. Der/die DoktorandIn merkt bald, dass das Verbringen der Abende in der Studierendenbar nicht standesgemäss ist. Bei der Verzögerung seines/ihres Studienabschlusses muss er/sie andere Strategien entwickeln, die sowohl von die Umgebung akzeptiert werden, als auch - was nicht minder wichtig ist - mit dem eigenen Gewissen des Doktoranden oder der Doktorandin in Einklang zu bringen sind. Zum Glück gibt es eine Reihe verschiedener Strategien, die sich bei der Vermeidung von Disputation und Doktorexamen empirisch als ausserordentlich effektiv erwiesen haben. Diese Schrift hat zum Ziel, die Phantasie des/der Doktoranden/In auf dem faszinierenden Feld der Disputationsvermeidung mit einigen Beispielen zur Selbsttätigkeit anzuregen.

Die sicherste Strategie zur Disputationsvermeidung ist - wie sich von selber versteht - dafür zu sorgen, dass man nicht mit seiner Doktorarbeit in Gang kommt. Viele Doktoranden und Doktorandinnen betreiben diese Strategie mit grossem Erfolg. Es ist in erster Linie die sorgfältige Wahl der alternativen Beschäftigung zur Motivation dafür, dass man nicht an einer Doktorarbeit schreibt, die über Erfolg und Misserfolg dieser Methode bestimmt. Da nun die ForscherInnenausbildung auch den Besuch einer Reihe von Veranstaltungen vorsieht, liegt der Gedanke nahe, alle Musse auf diesen Bereich zu verwenden. Aber eingedenk dessen, dass während dem Veranstaltungsteil nur eine begrenzte Anzahl Punkte* gesammelt werden müssen, sollte man im Auge behalten, dass die fehlenden Punkte nicht zu schnell verbraucht werden dürfen. Hier kommt den Doktorierenden die Erfahrung aus der Grundausbildung zugute.

Um eine Doktorarbeit schreiben zu können, muss der Doktorand/die Doktorandin zunächst ein Thema für die Doktorarbeit wählen. Dieser Umstand kann einer ausgezeichneten Strategie zur Verzögerung der Doktoranden/Innenstudien zugrunde gelegt werden. Wird man gefragt, wie man mit der Doktorarbeit vorankommt, so ist Antwort Ich bin dabei, ein Thema auszusuchen” ideal, um für eine längere Zeit alle weiteren beschwerlichen Fragen abzuwehren. Der Themaauswahlprozess kann auf unterschiedliche Art und Weise verlängert werden. Es empfiehlt sich beispielsweise, Personen verschiedenster Art ausführlich zu befragen (was sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann). Alle Vorschläge sollten einer genauen Prüfung unterzogen werden, damit sie nach und nach aus unterschiedlichen Gründen verworfen werden können.
Eine andere wirksame Möglichkeit, um mit der Doktorarbeit nicht vom Fleck zu kommen, ist die „Über-das-kann-man-doch-keine-Dissertation-schreiben”-Stategie. Diese Methode besteht kurz gesagt darin abzustreiten, dass das, woran man gerade arbeitet, von ausreichendem allgemeinen Interesse ist, als dass es in eine Doktorarbeit eingehen könnte. Diese Strategie kann in erster Linie von Doktoranden/Innen angewandt werden, die der Zufall mit einer Anstellung in einem Forschungsprojekt beglückt hat. Durch die vollständige Freikoppelung von Projekt und Doktorarbeit erhält man ein nahezu wasserdichtes Alibi für die Verschiebung der Beschäftigung mit der Doktorarbeit auf eine Zeit nach dem Abschluss des Projektes.
 

Die Penelopestrategie

In der Homerschen Odyssee wurde Odysseus’ Frau Penelope während dessen Abwesenheit von einer Horde Freier belagert. Sie vermied es schicklich, diesen Bescheid zu geben, indem sie folgende Strategie verfolgte. Sie versprach wohl, einen von ihnen zu auswählen, aber erst nachdem sie mit einem von ihr zu webenden Tuch fertig geworden war. Da sie nun jede Nacht auftrennte, was sie am Tage vollbracht hatte, kam sie indessen dem Ziel der Fertigstellung kein bisschen näher. Der disputationsverzögernde Doktorand/die disputationsverzögernde Doktorandin hat allen Anlass Penelope als Vorbild zu betrachten. Viele der unten behandelten Strategien können als Variationen über die Penelopesche Grundstrategie angesehen werden.

Natürlich ist es schwierig, die Penelopestrategie buchstäblich auf die Doktorarbeit zu verwenden. Jede Nacht wieder zu verbrennen, was man am Tag geschrieben hat, würde wenig glaubhaft erscheinen. Doch merke:

· Kein Dissertationskapitel ist so gut, als dass es nicht noch einmal umgeschrieben werden könnte.

Es gibt also umfassende Möglichkeiten den Schreibprozess lediglich dadurch zu verlängern, dass man immer neue Versionen eines Kapitels verfasst. Diese Strategie hat verschiedene Varianten: Experimente können wiederholt werden (es hat immer Fehler darin); wenn man sich auf gesammeltes Material stützt, ergibt es sich oft, dass man dieses austauschen muss usw.

Eine weitere Variante ist die „etwas-mehr”-Strategie. Man befindet, dass man zu wenig Material gesammelt, zu wenig Experimente durchgeführt, zu wenig Literatur durchgearbeitet hat usw. Diese Strategie ist weniger effektiv, da sie mit der Zeit weniger leicht überzeugend angewendet werden kann.
 

Ein gefährliches Leben bringt Spannung und Segen


Wie oben gezeigt werden konnte, ist die Methode, jede Nacht zu verbrennen, was man am Tag geschrieben hat, wenig überzeugend. Aber der Doktorand/die Doktorandin kann durch wohl durchdachte Sorglosigkeit und Unachtsamkeit die Chance, dass der Dissertation etwas zustossen sollte, signifikant erhöhen, z.B.:

· Eine erprobte Methode (vgl. z.B. Nils Holgersons wundersame Reise im Kapitel über Uppsala) ist die Dissertation in die Nähe eines geöffneten Fensters zu legen, besonders bei windigem Wetter. Im besten Fall kann das Manuskript mit der Hilfe des Windes über ein beträchtliches Areal verstreut werden.
· Aktenmappen und -koffer, die das Dissertationsmanuskript enthalten, sollten überallhin mitgenommen werden, um die Chance zu erhöhen, dass dieses irgendwo vergessen oder gar gestohlen wird.
· Ein konsequent angewendetes Losblattsystem kann die Chance, dass wichtige Abschnitte des Manuskriptes wenigstens zeitweise verschwinden, beträchtlich erhöhen. Klebe nie Etiketten auf Ordner und Disketten! Diese einfache Massnahme kann nach sich ziehen, dass wichtige Texte für ganze Jahre unzugänglich bleiben.
Eine wichtige Grundregel, die für alle obenstehenden Methoden gilt, ist keine Kopien des Dissertationsmanuskriptes für den Fall der Fälle angefertigt zu haben. Dies kann sich als besonders effektiv erweisen, wenn man einen Computer benutzt. Eine zerstörte Harddisk kann die Disputation um mehrere Jahre verzögern. Bei der Verwendung von Disketten empfiehlt sich der ältere, weiche Typ, am besten kombiniert mit einem schlechten Laufwerk und Kaffeetrinken (alternativ Tee) am Computer.

Wie man darum herum kommt, an seiner Dissertation zu arbeiten

Eine Reihe von Strategien haben gemeinsam, dass sie darauf abzielen, die Disputation dadurch hinauszuzögern, dass alle Arbeit an der Dissertation vermieden wird. Diese Strategien können in zwei Unterabteilungen eingeteilt werden, die manischen und die depressiven. Die manischen Strategien zielen darauf ab, dass man so regsam wie möglich ist, solange keine Tätigkeit etwas mit der Dissertation zu tun hat. Depressive Strategien zielen darauf ab, dass man überhaupt so wenig wie möglich macht. Die zwei Stategienbündel sind auf unterschiedliche Personentypen zugeschnitten; es muss jedoch betont werden, dass einer Mischung der beiden keine Grenzen gesetzt sind. Richtig angewendet, führen beide ausserdem zum selben Resultat.

Manische Strategien oder „Arbeit befördert Gesundheit und Wohlstand und schaltet manche Gelegenheit zur Forschungstätigkeit aus”

Es gibt viele verschiedene Tätigkeiten, denen sich ein Doktorand/eine Doktorandin widmen kann, die alle Arbeit an der Dissertation effektiv verhindern. Diese Tätigkeiten können in akademische und nicht-akademische eingeteilt werden.

Die akademischen Tätigkeiten beinhalten in erster Linie alle Arten von Institutsarbeit. Der vornehmste Vorteil solcher Arbeit ist, dass sie im höchsten Grade sozial akzeptiert ist und in vielen Fällen von der Umgebung wesentlich mehr gewürdigt wird als die Arbeit an der Dissertation. Hierher gehören im besonderen der Unterricht auf niederen Stufen und allerlei administrative Aufgaben, die für die Institutsleitung oft höchste Priorität haben und die ausserdem oft dringlich zu erledigen sind.

Arbeit in Studentenvereinigungen und Fachschaft und diverse soziale Aktivitäten (Festkomitees u. dgl.) sind andere ausgezeichnete Beispiele für Beschäftigungen, die die Disputation nachhaltig verzögern. Seinen Mitdoktoranden bei deren Doktorarbeiten zu helfen, ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine altruistische Tätigkeit mit äusserst disputationsverzögernder Wirkung (d.h. für den Doktoranden/die Doktorandin selbst). (Umgekehrt sollte man es natürlich möglichst vermeiden, zu viel Hilfe von anderen entgegenzunehmen; dies kann im schlimmsten Fall zu einer Blitzdisputation führen.)
Auch in der nicht-akademischen Welt finden wir natürlich ähnliche Tätigkeiten: Erwerbsarbeit (die ja oft mit der ökonomischen Situation des Doktoranden/der Doktorandin motiviert werden kann), Arbeit in Vereinen, Sport, Abendkurse usw. und nicht zu vergessen der bedeutendste Disputationsverzögerer besonders für Doktorandinnen, die Familie. Diese verdient einen gesondertes Kapitel, weshalb wir hier dieses Feld nicht weiter entwickeln. Anstelle seien hier nur Liebesaffären als eine Betätigung mit stark disputationsverzögerndem Effekt genannt.

Das Betätigungsfeld für manisch veranlagte Doktorierende ist fast unbegrenzt. Als ein weiteres Beispiel kann die vorliegende Übersetzung von Asks Schrift genannt werden. Aber auch hier sind natürlich weit zeitaufwendigere Projekte denkbar wie z.B. „Wie komme ich darum herum, meine Dissertation zu schreiben” auf Klingonisch oder „Wie komme ich darum herum, meine Dissertation zu schreiben” auf !Xóõ (besonders geeignet für Phonetiker). (Es soll demnächst bei einem renommierten Verlag eine Reihe eingerichtet werden).
 
 

Depressive Strategien

Auch hier finden wir ein literarisches Vorbild, den Helden im Roman des russischen Autors Gontscharov aus dem letzten Jahrhundert, Oblomov. Oblomov verbrachte den grössten Teil seiner Zeit im Bett und meditierte über all die interessanten Sachen, mit denen er sich hätte beschäftigen können, wenn er nur genügend Motivation dafür aufgebracht hätte. Auch unser Doktorand/unsere Doktorandin kann darin ein gutes Stück Inspiration finden. Eine depressive Strategie, die diesen Namen verdient, kann den Schreibprozess nicht nur während der Zeit, in der sie ausgeübt wird (wenn dies für Nichtsun der richtige Ausdruck ist), verhindern; sie kann auch zu einer allgemeinen Unlust des Doktoranden/der Doktorandin und zu einem fehlenden Vermögen, sich die Doktorarbeit vorzunehmen, beitragen. Sich so wenig wie möglich zu regen ist z.B. ein Prinzip, das gute Zinsen trägt. (Beachte die manische Parallele zu dieser Strategie: widme alle Zeit dem Sport! Alles ist gut ausser Trübsal blasen.)

Der Nachteil mit einer reinen Oblomovstrategie ist, dass sie schlecht mit einem guten Gewissen in Einklang zu bringen ist. Man sollte daher besser eine modifiziert depressive Strategie verwenden. Diese zielt darauf ab, dass man seine Zeit so uneffektiv wie möglich ausnutzt. Hier bieten sich ungeahnte Möglichkeiten:
· Das Aufsuchen von Bank, Post und Behörden ist ein Beispiel für eine (sozial voll akzeptierte) Tätigkeit, die viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen kann und die ausserdem während der Bürozeit, d.h. also während man „normalerweise” seine Doktorarbeit schreiben sollte, ausgeführt werden muss. Eine gute Planung kann den Effekt zudem beträchtlich erhöhen; z.B. sollte man es tunlichst vermeiden, mehr als eine Angelegenheit auf einmal zu erledigen.
· Reparaturarbeiten können viel Zeit in Anspruch nehmen, die sonst für die Doktorarbeit hätte eingesetzt werden können. So pflegt es besonders effektiv zu sein, Handwerker nach Hause zu bestellen, die nicht zur vereinbarten Zeit erscheinen.
· Auch Arzt- und Zahnarztbesuche (um nicht von Psychotherapie und Psychoanalyse zu sprechen) sind nicht zu verachten. Man sollte natürlich Institutionen mit einer ordentlichen Entfernung bevorzugen und am besten Termine zu Randzeiten vermeiden, so dass ein maximaler Zeitverlust erzielt wird.
.

Die Familie

Wie oben erwähnt, ist die Familie ein ausserordentlich wichtiger Disputationsverzögerer, v.a. für Doktorandinnen. Hier einige Tips, um diese später so effektiv wie möglich ausnützen zu können.

    Die Kindsgeburt muss gut geplant werden, so dass man während jedem Zeitpunkt während der Arbeit an der Dissertation mindestens ein, besser zwei oder drei Kinder im Vorschulalter zu Hause hat.
    Man sollte Kinderkrippen und andere rationelle Methoden der Kinderhütung vermeiden. Wenn man nun sein Kind schon unbedingt in einer Kinderkrippe unterbringen muss, sollte man ein Modell mit Elternmitarbeit wählen, da dieser Typ gewöhnlich verlangt, dass die Eltern eine gewisse Anzahl Stunden pro Woche zugegen sind. Ausserdem ist es verhältnismässig effektiv, seine Kinder in unterschiedliche Kinderkrippen zu placieren, um den Zeitaufwand zum Bringen und Holen der Kinder zu erhöhen. Beachte zudem, dass sich Kinder, die mehr als sechs Stunden in einer Kinderkrippe sind, nicht wohl fühlen! Durch das strikte Befolgen dieser Regel kann man seine Nettoarbeitszeit auf maximal fünf (oder bei einem langen Reiseweg vier) Stunden pro Tag maximieren. (Alternativ kann man diese Regel brechen und die Arbeitszeit zum Wiederkäuen von Schuldgefühlen verwenden, eine weitere effektive Massnahme zur Senkung der eigenen Produktivität.) Die ideale Strategie auf diesem Gebiet bietet jedoch die altehrwürdige Spielschule oder Teilzeitvorschulen, wie diese nunmehr genannt werden, deren Dreistundenschema jede mögliche vernünftige Beschäftigung für einen verantwortungsbewussten Elternteil verunmöglichen.
    Der nichtdissertationsschreibende Elternteil soll seine Arbeit so wählen, dass er/sie unmöglich auch nur einen einzigen Tag anwesend sein kann. Ausserdem soll er seine Arbeitszeit so verplanen, dass das Holen und Bringen der Kinder ganz in den Zuständigkeitsbereich des dissertationschreibenden Partners fällt.
    Richte die Wohnung so ein, dass abgetrennte Arbeitsplätze vermieden werden! Die Kinder sollten zu einem so grossen Teil der Wohnung wie möglich Zutritt haben. Den Arbeitsplatz des Doktoranden/der Doktorandin im gemeinsamen Schlafzimmer einzurichten, ist eine effektive Massnahme zur Verhinderung von Nachtarbeit, die sonst in gefährlicher Weise die Disputation beschleunigen könnte.
    Wähle am besten einen Partner mit wenig Verständnis für die Forschung und deren Arbeitsabläufe. Eine feindliche Einstellung des Partners hat oft einen höchst signifikant disputationsverzögernden Effekt, besonders in Verbindung (bei einem Mann) mit einer allgemein mannchauvinistischen Haltung. Natürlich können auch die Kinder zu Forschungsfeindlichkeit indoktriniert werden.
    Die Strategie „Gefährlich Leben” kann im Heimmilieu mit besonderem Erfolg angewandt werden. Kleine Kinder können mit Dissertationsmanuskript und Disketten Wunderwerke vollbringen, wenn man sie nur lässt. Für kinderlose Doktorierende sind Haustiere ein tauglicher Ersatz. Eine Katze wählt z.B. gerne einen Papierhaufen als Alternative für das Kistchen.

Wie man seinen Anleiter* am besten anführt.

Der Anleiter/die Anleiterin ist oft ein Problem für einen Doktoranden, der nicht disputieren will. Viel kann hier schon bei der Wahl des Anleiters gewonnen werden. (Freilich ist es manchmal ebenso schwierig, den richtigen Anleiter/die richtige Anleiterin zu wählen wie das bei den Eltern nicht geht.) Unter „richtigem Anleiter” verstehen wir hier eine Person, die entweder (i) den Doktoranden in Ruhe lässt oder (ii) zwar aktiv, aber ausreichend destruktiv in ihren Aktivitäten ist, damit die Disputation nicht allzu sehr beschleunigt wird.

Die grösste Chance, einen Anleiter vom Typ (i) zu bekommen, hat man, wenn man nach einer Person sucht, die ein oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt: (a) senil, (b) alkoholisiert (c) inkompetent für das Dissertationsthema (d) allgemein uninteressiert. Glücklicherweise ist der Zugang zu solchen Personen in vielen Instituten verhältnismässig gut.

Einen Anleiter/eine Anleiterin vom Typ (ii) zu wählen, kann eine Spur riskant sein, zumal dessen/deren Destruktivität den Doktoranden mitunter in unvorhersehbarer Weise treffen kann. Bei richtigem Umgang kann indessen ein Anleiter/eine Anleiterin vom Typ (ii) effektiv zum Zwecke der Disputationsverzögerung eingesetzt werden. Vor allem kann er (gewöhnlich handelt es sich hierbei nicht um eine Anleiterin) dem Doktoranden/der Doktorandin behilflich sein, sein/ihr schlechtes Selbstvertrauen zu kultivieren (dazu siehe unten).

Falls man nun das Pech haben sollte, einen ambitiösen Anleiter oder eine ambitiöse Anleiterin mit einer konstruktiven Haltung zur Arbeit an der Dissertation zu erhalten, so gibt es dennoch keinen Anlass zu verzagen. Es gibt eine ganze Reihe von Strategien, die ausgenützt werden können. Diese sollen nun unten im einzelnen behandelt werden.

Defensive Strategien oder wie man seinem Anleiter am besten aus dem Wege geht

Um die Erwartung der Umgebung zufriedenzustellen und für sein eigenes Gewissen, muss der Doktorand/die Doktorandin seine Anleiterperson zumindest einmal pro Semester aufsuchen. Es wird im allgemeinen nicht besonders geschätzt, wenn man dies allzu nahe am Termin für das Ersuchen von Studienbeiträgen vornimmt, so dass besser andere Zeitpunkte gewählt werden sollten. Den Anleiter/die Anleiterin aufzusuchen, ist das eine, ihn oder sie zu treffen, ist etwas anderes. Das genaues Studium der Gewohnheiten der Anleiterperson ermöglichen es, Zeiten zu wählen, zu denen man ohne grösseres Risiko, ihn vorzufinden, anrufen oder an seine Tür klopfen kann. Sollte er sich dann verwundern, warum man nichts von sich hat hören lassen, so kann man mit gutem Gewissen sagen: „Ich habe Dich die ganze Woche gesucht, aber du bist ja nie anzutreffen.” Eine andere Strategie ist darauf hinzuweisen, wie beschäftigt er/sie ist: man hat ihn/sie nicht stören wollen. Eine etwas frechere Variante ist zu behaupten, dass man übereingekommen war, er selbst würde Kontakt aufnehmen wollen.

Es versteht sich von selbst, dass man sich mitunter vom Institut fernhalten muss, wenn das Risiko zu gross ist, dass man gegebenenfalls dem Anleiter/der Anleiterin über den Weg laufen könnte. Für zufällige Begegnungen sollte man aber jederzeit etwas bereit haben, das nichts mit der Dissertation zu tun hat; man hat so eine gute Chance, dass er/sie vergisst zu fragen, wie es mit der Doktorarbeit geht.

Hat man eine Zeit für ein Treffen vereinbart, ist es oft eine vielversprechende Taktik, selbst pünktlich zu erscheinen. Wenn der Anleiter/die Anleiterin dann auch nur ein paar Minuten zu spät kommt (was nicht selten vorkommt), so kann man ja mit gutem Gewissen wieder gehen (vorzugsweise, nachdem man einen vorwurfsvollen Zettel an seine Tür geklebt hat).

Man kann alles in sein Gegenteil verkehren. Als etwas subtilere Strategie, mit seiner Anleiterperson zurechtzukommen, kann hier die Anleiterpersonbeschäftigungsstrategie genannt werden, die natürlich den richtigen Persönlichkeitstyp bei der Anleiterperson (es handelt sich hierbei meistens um eine Anleiterin) voraussetzt. Diese Strategie ist ungefähr folgendermassen zu umschreiben: Suche Deine Anleiterin mehrmals täglich für mehrere Stunden auf und hindere sie daran, selber produktiv zu arbeiten. Diese Strategie sollte durch abendliche Telephonate ergänzt werden. Da jedoch ein übermässiges Einsetzen dieser Methode leicht zu Irritationen in der Umgebung führen kann, setze man diese Strategie nur mit Mass ein. Es gibt aber eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten, die begleitend angewendet werden können. Hier zeigt sich nun das Organisationstalent des Doktoranden/der Doktorandin. Es muss ihm/ihr gelingen, möglichst viele Personen auf die Anleiterin anzusetzen. Bei einigem Geschick kann so für den Notfall ein 24?Stundenanleiterpersonhütedienst mobilisiert werden. Diese Aufgabe ist natürlich leichter zu bewerkstelligen, wenn mehrere Doktoranden und Doktorandinnen zusammenarbeiten.
 

Offensive Strategien: Angriff ist die beste Verteidigung

Ein Teil der Strategien, die im vorhergehenden Kapitel erörtert wurden, enthielten bereits offensive Elemente; diese können beträchtlich vermehrt werden. Die Grundidee aller offensiven Strategien ist, dass man den Anleiter/die Anleiterin entwaffnet, indem man ihn/sie in eine Position moralischer Unterlegenheit versetzt, normalerweise dadurch dass man bei ihm/ihr Schuldgefühle hervorruft. Unten sind einige Beispiele für angemessene Antworten aufgeführt für den Fall, dass der Anleiter/die Anleiterin Unzufriedenheit zeigt, dass der Doktorand/die Doktorandin nichts produziert oder nicht zeigen will, was er/sie geschrieben hat.

· Du liest ja sowieso nie, was ich schreibe.
· Du hattest ja nur negative Kritik, als ich dir zum letzten Mal etwas gegeben habe.
· Wann hast du selbst zuletzt einen Artikel geschrieben?
· Du willst ja meine Resultate nur für deine eigenen Zwecke ausnützen.
· Warum habe ich keine Ausbildungsbeiträge erhalten?
· Es lohnt sich ja doch nicht, fertig zu werden, ich bekomme ja doch keinen Job.
Eine Strategie, für die es kaum Gegenmittel gibt, ist die Fröhlich-Strategie. Sie zielt darauf ab, dass man alle Probleme in Abrede stellt.
· Ja sicher! Es geht gerade unheimlich gut vorwärts, du erhältst das Manuskript morgen.
· Ja, es hat sich etwas dahingeschleppt, aber nun komme ich wirklich voran!
· Eigentlich hätte ich dir das Kapitel geben können, aber jetzt habe ich so viele phantastische Ideen. Die muss ich einfach auch noch einarbeiten.

Eine gleichzeitig offensive und ablenkende Strategie ist die soziale Tour. Dadurch dass man z.B. den Anleiter/die Anleiterin zum Abendessen einlädt, wenn er/sie gerade dabei war, eine ernsthafte Diskussion über die Dissertation vom Zaun zu brechen, bringt ihn/sie leicht aus der Fassung, so dass er/sie nicht dazukommt, seinen/ihren Plan weiter zu verfolgen. Avanciertere Varianten der sozialen Strategie überlassen wir der Phantasie des Lesers/der Leserin.
 
 

Wie man seine Umgebung am besten hantiert

Im Dasein eines Doktoranden/einer Doktorandin ist die Anleiterperson natürlich nicht das einzige Problem. Ein langwieriger Disputationsvermeider/eine langwierige Disputationsvermeiderin sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, eine Methode zu entwickeln, um Attacken der übrigen Umwelt abwehren zu können. Verwandte, Freunde, Bekannte und nicht zuletzt Kollegen und Studienkameraden legen oft ein unbehagliches Interesse dafür an den Tag, wann man eigentlich zu disputieren gedenke. Man kann hier natürlich in grossem Ausmass dieselben Strategien anwenden wie gegen die Anleiterperson. Ausserdem hat man den Vorteil, dass man den eigenen Misserfolg dem Anleiter/der Anleiterin in die Schuhe schieben kann mit dem Hinweis auf dessen/deren Inkompetenz oder dessen/deren Böswilligkeit (Siehe das Kapitel „Strategische Paranoia” unten). Sofern es sich um nicht-akademsich gebildete Verwandte und Freunde handelt, sind die Möglichkeiten, Dunstvorhänge auszuhängen, besonders gross, zumal diese oft recht unklare Vorstellungen haben, was das Schreiben einer Dissertation eigentlich beinhaltet.

Vielleicht am schwierigsten ist es, seine Mitdoktoranden/Innen hinters Licht zu führen. Diese kennen ja die Fertigkeiten aus erster Hand und wissen, wie der Hase läuft. Aber fortgeschrittene DisputationsvermeiderInnen haben für jede Situation eine Lösung parat. Oft kann z.B. die sog. Chutzpa-Strategie empfohlen werden, die aber den richtigen Persönlichkeitstyp voraussetzt. Diese Strategie besteht ganz einfach darin, dass man in jeder Lage im Brustton der Überzeugung erklärt, dass die Disputation im grossen und ganzen unmittelbar bevorsteht. (“Ich doktoriere im Februar!”) Im allgemeinen muss man hierbei die Autorität der Anleiterperson anrufen, auch wenn das eine Spur riskant ist. Eine mildere Variante ist die Prahlhansstrategie. Hierbei berichtet man in erster Linie eifrig über alle berühmten Personen, die das Dissertationsmanuskript gelesen haben und die einem eine strahlende Zukunft prophezeit haben.

Auch einfachere Strategien können häufig effektiv sein. Mancher jüngere Mitdoktorand und manche jüngere Mitdoktorandin lassen sich leicht durch bestimmte Wortmeldungen über die eine oder andere theoretische Frage beeindrucken.

.

“Heirate, lass Dich scheiden, tritt einem Club bei”

Diese Rubrik ist ein Zitat aus einer alten „Hasse&Tage”-Revue und soll diejenigen Ratschläge parodieren, die man in den Herzspalten in Zeitungen lesen kann. Gegebenenfalls können solche Ratschläge ganz ausgezeichnet auf einen Disputationsvermeidling passen. Das Hauptprinzip hierbei ist, dass alle Veränderungen im Leben die Eigenschaft haben, dass sie Zeit in Anspruch nehmen und dadurch einen aktiven Beitrag zum Streben, die Disputation herauszuschieben, leisten können. Die Strategie kann generell formuliert werden als „Wechsle a”, wobei a fast jeden beliebigen Wert annehmen kann, z.B.

· Wechsle Deinen Partner
· Wechsle Deine Wohnung
· Wechsle Deinen Job
· Wechsle Dein Auto
· Wechsle Deine Anleiterperson
· Wechsle Deinen Computer
· Wechsle Dein Textverarbeitungsprogramm

Die letztgenannte Strategie kann besonders empfohlen werden. Man braucht viel Zeit, um sich mit dem neuen Programm vertraut zu machen und v.a. um alle alten Dissertationsdateien zu konvertieren.
Die klassische Wechselstrategie ist jedoch

· Wechsle Dein Dissertationsthema

Viele Doktoranden und Doktorandinnen wenden diese Strategie iterativ (d.h. wiederholt) an. Leider verliert diese Strategie mit der Zeit ihre Glaubwürdigkeit und gibt häufig Anlass zu Irritationen in der Umgebung, besonders bei der Anleiterperson. Die Glaubwürdigkeit kann mit einer Motivation aufdatiert werden, z.B. dass es sich gezeigt habe, dass das alte Thema bereits von jemand anderem abgehandelt worden sei.

Wie man sein schlechtes Selbstvertrauen pflegt

Ein genuin schlechtes Selbstvertrauen ist eine Wegzehrung von unschätzbarem Wert für einen Disputationsvermeidling. Es gilt jedoch, dieses in die richtige Richtung zu entwickeln und zu vermeiden, dass es durch allfällige positive Information aus der Umgebung Schaden leiden kann!
Die Grundlage für das schlechte Selbstvertrauen ist eine Hypothese über die Wirklichkeit, nämlich, dass man nichts taugt. In unserem Zusammenhang kann die Hypothese folgendermassen formuliert werden:

· Ich werde sicher nie mit meiner Dissertation klar kommen.

Die Wissenschaftstheoretiker lehren uns, dass Hypothesen gegen Falsifizierung „immunisiert” werden können. Dies ist eine wichtige Strategie für jeden Doktorand und jede Doktorandin (weshalb er/sie sich zeitig mit dem Studium der Wissenschaftstheorie beschäftigen sollte). Er/sie muss lernen, mit allen möglichen Erscheinungsformen von Information umzugehen, die seiner/ihrer Hypothese entgegengesetzt sind, und er/sie muss Hilfshypothesen finden, die alle Gegenevidenz wegerklären. Ein Beispiel: Wenn die Anleitungsperson einen Dissertationsabschnitt belobigt, kann eine der folgenden Annahmen gemacht werden, die alle positive Information vom Tisch fegt:

· Er/sie will mich nur aufmuntern, damit ich nicht ganz aufgebe.
· Er/sie hat das Kapitel nicht ordentlich gelesen.
· Er/sie versteht das da ja sowieso nicht.
· (Im passenden Fall:) Er ist nur darauf aus, mich zu verführen.

Eine andere Strategie ist es natürlich, es zu vermeiden, dass man in Situationen gerät, in denen man positive Information erhalten könnte. Man sollte deshalb z.B. sein Dissertationsmanuskript nur im aller geringst möglichen Masse anderen Personen zu lesen geben. Es ist ausserdem wichtig, dass man sich davor zurückhält, Vorträge zu halten oder an anderen Arten von Präsentationen beteiligt zu sein. Im besonderen sollte man sich von Konferenzen fernhalten, wo man ja im schlimmsten Fall Gefahr läuft, ausserhalb seiner eigenen Universität bekannt zu werden.
 
 

Strategische Paranoia

Eine paranoide Einstellung zur Wirklichkeit kann auch von grossem Vorteil sein für einen Disputationsvermeidling. Der Vorteil hierbei ist, dass man die Notwendigkeit eines negativen Selbstbildnisses dadurch eliminieren kann, das ja auch zwingend allerlei unerwünschte Nebenwirkungen mit sich führt. Die Verantwortung für den eigenen Misserfolg wird hierbei auf die (vermutet) feindliche Umgebung projiziert. Das Grundmuster für paranoide Erklärungsmuster ist „Es lohnt sich ja sowieso nicht, einen Versuch zu wagen, da sowieso alle gegen mich arbeiten werden, weil p”, wobei p eine Einschätzung der Wirklichkeit ist. Unten sollen einige mögliche Werte für p exemplifiziert werden:

Diskriminierungsmodelle:

Sexuelle Schikaniermodelle

Eifersuchtsmodell

Das Falsche-Pradigma-Modell

Alle an diesem Institut gehören der X-Schule an, wohingegen ich der Y-Schule angehöre.

Kreative Handlungslähmung

Ein wahrhaftiger Disputationsvermeidling muss mit der Kunst vertraut sein, sich selbst in einen Zustand kreativer Handlungslähmung versetzen zu können. Dieses Ziel kann durch eine Reihe unterschiedlicher Vorgehensweisen erreicht werden. Eine Hauptklasse von Strategien ist darauf ausgerichtet, dass die künftige Arbeit an der Dissertation von einem Ereignis abhängig ist, das ausserhalb der eigenen Kontrolle des Doktoranden/der Doktorandin liegt. Man kann z.B. den beschäftigtsten und unkooperativsten Techniker in der Werkstatt bitten, den kaputten Computer zu reparieren. Während man auf dessen Erscheinen wartet (man vermeidet es natürlich, ihn allzu oft daran zu erinnern, dass er kommen wollte), hat man einen vollwertigen Grund, wieso man nicht an der Dissertation arbeiten kann. Auf dieselbe Art und Weise kann man darauf warten, dass Kollegen Teile des Dissertationsmanuskripts lesen oder dass ein Statistiker wichtige Daten überprüft usw. usw.

Eine andere Variante ist es, ein Problem zu haben, das man in Angriff nehmen sollte, wozu man sich aber wegen allzugrosser Beschwerlichkeit nicht durchringen kann. Bibliographische Referenzen sind ein hervorragendes Beispiel hierfür. Man kann z.B. in einer Bibliographie einen Hinweis auf ein Werk gefunden haben, dass nicht in der Bibliothek der eigenen Universität zu finden ist. Verschiedene depressive Wochen können damit zugebracht werden, Energie zu sammeln, um in eine andere Bibliothek zu fahren, von der man weiss, dass sie das Buch hat. (Es gibt ja Fernleihe, aber man weiss aus Erfahrung, dass das sowieso zu lang geht; und ausserdem weiss man nicht, wo man Ausleihscheine für die Fernleihe bekommen kann). Noch besser ist es natürlich, eine Referenz zu einem Buch zu einem Werk zu haben, von dem man ganz sicher ist, dass es unumgängliche Information für die eigene Arbeit enthält, das man aber nicht lokalisieren kann. Das kann einen Doktoranden/eine Doktorandin für Jahre lahm legen.

Aber auch kürzere Phasen von Handlungslähmung sind nicht zu verachten. Die „Nun-habe-ich-sowieso-zu-wenig-Zeit-zum-Arbeiten”-Strategie kann in diesem Zusammenhang als besonders vielseitig applizierbar genannt werden.

Die Darstellung soll mit einem Memento über eine Anzahl Distraktoren abgeschlossen werden, die benutzt werden können, um einen Arbeitsprozess zu beenden oder zu unterbrechen:

Appendix: Schemata für typische DoktorandInnenarbeitstage

Die untenstehenden Arbeitsschemata sind Durchschnittsfälle, die sich auf eigene empirische Studien stützen, die ich in meiner Dissertation (Ask, in Vorbereitung) darlegen werde. Das wichtigste Resultat dieser Studie ist, dass die effektive Normalarbeitszeit pro Tag und DoktorandIn für alle Persönlichkeitstypen gegen ein Zeitmass strebt, das ich die Ask-Konstante* nenne und das exakt 29 Minuten beträgt.
 

1.      Typischer Arbeitstag für eineN depressiv veranlagteN Doktoranden/In
10.00           Erwacht
.
10.00-10.30     Meditiert über das schwere Los des Doktoranden.
10.30-10.45     Zieht sich an.
10.45-11.30     Isst Frühstück und liest die Zeitung.
11.30-12.00     Sucht nach einem nicht auffindbaren Artikel
12.00           Geht von zu Hause los.
12.10           Verpasst den Bus.
12.10-12.40     Wartet auf den nächsten Bus, der nächste Bus geht erst in einer halben Stunde.
12.40-13.00     Fährt zur Uni.
13.00-13.15     Diskutiert über das schwere Los des Doktoranden mit einem Mitdoktorand.
13.15-14.10     Isst zu Mittag.
14.10           Stellt fest, dass alle Leseplätze in der Bibliothek belegt sind; geht in die Cafeteria.
14.40           Geht zurück in die Bibliothek, findet einen Leseplatz, markiert diesen.
14.45-14.55     Steht an, um ein Buch zu auszuleihen.
14.55-14.59     Spitzt den Bleistift.
14.59-15.04     Geht auf die Toilette.
15.05-15.35     ARBEITET AN DER DISSERTATION
15.35-15.50     Rauchpause.
15.51           Kommt zurück zum Leseplatz.
15.52           Erinnert sich, dass der Termin zur Einzahlung der Miete heute abläuft und dass die Bank halb   fünf schliesst.
15.53           Verlässt den Leseplatz.
15.54-17.30     Diverse Angelegenheiten.
17.30           Kommt nach Hause, todmüde.
17.30-18.00     Liest die Abendzeitung.
18.00-18.30     Kocht Abendessen.
18.30-19.15     Isst zu Abend.
19.10-19.30     Wäscht ab.
19.30-20.00     Sieht die Tagesschau am Fernsehen.
20.00-22.00     Sollte eigentlich an der Dissertation arbeiten, aber bleibt vor einem Spielfilm sitzen.
20.00           Fällt ins Bett; todmüde
.
Effektive Dissertationsarbeitszeit: 29 Minuten (Ask-Kontante)

2.      Typischer Arbeitstag für eineN manisch veranlagteN Doktoranden/In
07.00           Erwacht, steht sofort auf und zieht sich an.
07.10-07.40     Morgengymnastik.
07.40-07.50     Frühstück, liest Zeitung.
07.50-08.10     Radelt zum Institut.
08.10-09-00     Bereitet den Unterricht vor.
09.00-10.30     Unterrichtet.
10.30-10.40     Trinkt Kaffee.
10.40-10.59     ARBEITET AN DER DISSERTATION
11.00-11.55     DoktorandInnenratssitzung.
11.55-12.30     Mittagessen.
12.30-14.00     Vertritt einen kranken Studienwegleiter.
14.00-14.45     Sitzung der Arbeitsgruppe der Fakultät zur Erhöhung des Durchströmungstaktes in der Forschungsausbildung.
14.45-15.45     Spielt Badminton.
15.45-15.50     Trinkt Kaffee.
15.50-16.00     ARBEITET AN DER DISSERTATION
16.00-17.00     Hört eine Gastvorlesung
17.00-18.00     Bereitet das Postseminarium vor (Kauft Wein in der Systemgesellschaft*).
18.00-21.00     Nimmt am Postseminarium teil; diskutiert eifrig mit dem Gastreferenten.
21.00-21.20     Radelt heim.
21.20-22.00     Korrigiert Heimaufgaben.
22.00   Fällt ins Bett; todmüde.
Effektive Dissertationsarbeitszeit: 29 Minuten (Ask-Kontante)